175 Jahre Pennäler Schnitzelbank
Im Jahr 2026 feiert die Pennäler Schnitzelbank ihr 175-jähriges Bestehen. Seit mindestens 1851 gehört dieses einzigartige Fastnachtsbrauchtum fest zu Ellwangen. Die Schwarze Schar begeht das Jubiläum mit einem Festakt am Fastnachtssonntag, 15. Februar 2026.
Aus diesem Anlass zieht die „Schwarze Schar“ bereits um 18.30 Uhr im Fackelschein in die abgedunkelte Stadt ein. Der von Trommlern angeführte Zug führt über die Oberamtsstraße am Marktplatz vorbei zum „Alten Pennal“, dem heutigen Justizgebäude neben der Evangelischen Stadtkirche. An der Treppe wird es wie schon bei früheren Jubiläen einen Festakt geben. Die Ellwanger Bevölkerung und andere Besucher von nah und fern sind dazu eingeladen. Der Eintritt ist frei. Ein Vortrag der Spottverse der Schnitzelbank findet dort nicht statt. Diese kommen erst anschließend zur Aufführung, wenn die schwarz vermummten Fastnachter wie gewohnt durch die Wirtschaften ziehen.
Hier die Lokalreihenfolge: Punto – Le Palme – Stadtcafé – Kanne – Irish Pub – Taverna – Retsina – Popina – Roter Ochsen – Goldener Adler – Tzatziki (ehemals Kronprinzen) – Taj Mahal – Jeningenheim.
Nach wie vor erhältlich ist die zum Jubiläum herausgekommene „blackbox“. Sie enthält eine Festschrift sowie Kunst- und Fotokarten mit historischen und aktuellen Schnitzelbank-Motiven. Die Box kann für 25 Euro in der Tourist-Information am Fuchseck erworben werden. In limitierter Auflage gibt es außerdem eine Kunst-Edition mit einem signierten Bierdeckel-Druck der Ellwanger Künstlerin Eva Gentner für 45 Euro.
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Schwarze Dominos
Wie ein Derwisch schwingen die in schwarze Dominos gehüllten Unbekannten den Schellenbaum durch die Straßen der Altstadt, deren Gaststätten an diesem Abend bis auf den letzten Platz besetzt sind. Denn nach dem Einmarsch in die Altstadt tragen die "Schwarzen Gesellen" ihre Versliste in den Lokalen vor, in denen natürlich schon mancher Bürger mit klammem Herzen auf den Auftritt der Schnitzelbank wartet, sich in der Hoffnung wiegend, daß er dieses Mal mit einem blauen Auge davonkommt, sprich kein Vers über ihn gesungen wird.
Denn wen es erwischt, der darf damit rechnen, daß die Schnitzelbank kein Blatt vor den Mund nimmt. Ob es der Oberbürgermeister oder der Gerichtspräsident, der Pfarrer oder der Wirt von nebenan ist - alle werden aufs Korn genommen. Gesungen werden die spitzzüngigen Verse nach der Melodie "Auf der schwäbischen Eisenbahn", der Refrain wird vom Publikum mitgesungen. Wer mitlacht, hat gewonnen. Wer kritisch die Stirn runzelt, gilt als Miesepeter, denn an Selbstbewußtsein mangelt es den schwarzen Gesellen beileibe nicht. Aufschluß darüber gibt ein Schlußvers aus dem Jahr 1980:
"Theologen heutzutage
stellen selbst den Papst in Frage.
Künftig bleibt noch unfehlbar
lediglich die Schwarze Schar."
Das geheimnisvolle Dunkel
Gegen Mitternacht verschwinden die Gesellen wieder in das geheimnisvolle Dunkel, aus dem sie gekommen sind. Denn neben dem Aussehen ist es gerade das Silentium, die absolute Geheimhaltung der Mitglieder, welche die Schnitzelbank zum Höhepunkt der Ellwanger Fastnacht gemacht hat. Am anderen Morgen ist fast alles vergessen, aber nur fast, denn für ein paar Tage bleiben die Verse noch Stadtgespräch. Die gedruckte Versliste, die man noch in einigen Geschäften kaufen kann, gleicht einem Narrenspiegel, vorgehalten von anonymer Hand.







