JavaScript scheint momentan in Ihren Browsereinstellungen deaktiviert zu sein.
Bitte nehmen Sie eine Änderung dieser Einstellung vor und laden Sie die Webseite neu, um deren volle Funktionalität zu ermöglichen.
zum Seitenanfang

Tourismus

Aktuelles

Sonderausstellung "Gut betucht - Textilerzeugung bei den Alamannen" bis 17. Januar 2021 verlängert

Das Plakatmotiv der Sonderausstellung zeigt in einer Bildkollage eine zeichnerische Rekonstruktion des Frauengrabes 974 einer reichen Dame mit hochwertiger Textilausstattung aus Lauchheim im Ostalbkreis und einige Schmuckstücke sowie originalgetreue Nachwebungen von Stoffen aus diesem Grab (Foto: Museum).

Die seit 7. Februar 2020 im Alamannenmuseum präsentierte und bis 5. Mai 2020 unterbrochene Sonderausstellung "Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen" wird bis 17. Januar 2021 verlängert. Erfreulicherweise haben die rund ein Dutzend Leihgeber der Ausstellung dem Wunsch des Museums zugestimmt, die siebenwöchige Schließzeit und den derzeitigen Neustart unter erschwerten Bedingungen auf diese Weise auszugleichen. Auch der Förderverein Alamannenmuseum Ellwangen, der die Ausstellung maßgeblich fördert, begrüßt die Verlängerung. Beim Begleitprogramm konnten inzwischen für die meisten Angebote Nachholtermine festgelegt werden und auch die Begleitpublikation erscheint in den nächsten Tagen.
 
Im Mittelpunkt der Sonderausstellung zur Kleidung der Alamannen stehen neue Erkenntnisse der Textilarchäologie. Wolle und Leinen waren die hauptsächlich zur Verfügung stehenden Materialien. Anhand von archäologischen Funden werden die einzelnen Schritte vom Schaf zum fertigen Mantel nachvollziehbar. Doch die Herstellung von Leinenstoffen war noch viel aufwendiger.
 
Im Gebiet der Alamannen haben sich Textilien durch die Zeit nur sehr schlecht erhalten. Deshalb zeigt die Ausstellung an Repliken ausgewählter Beispiele, wie die Kleidung ausgesehen haben könnte. Etwas Besonderes stellt dabei die Installation der Grablege einer vornehmen Dame aus Lauchheim dar: Sie zeigt, in welcher Kleidung und mit welchen Textilbeigaben die Tote bestattet wurde.
 
Die Ausstellung zeigt auch den Arbeitsaufwand, der mit der Herstellung eines einzigen Kleidungsstückes verbunden ist. Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit sind also keine Erfindung unserer Zeit.
 
Ich habe nichts anzuziehen! Gemeint ist damit aber nicht, dass man nun in die Not käme, nackt herumlaufen zu müssen. Sondern das genaue Gegenteil ist der Fall: die Auswahl an Kleidung, die im Schrank hängt, ist so groß, dass einem die Auswahl schwerfällt. Und wenn man trotzdem nicht weiterweiß, kann man sich immer noch über das Internet ein neues Outfit bestellen und bekommt es auch noch schnellstens ins Haus geliefert.
 
Ganz anders sah es da zu Zeiten der Alamannen aus. Zum einen gab da weder Schränke noch Internet. Zum anderen war die Anzahl der Kleidungsstücke, aus denen man wählen konnte, doch recht überschaubar. Gar mancher war tatsächlich froh, wenn er nicht nackt laufen musste.
 
Seit der Mensch begonnen hat, Kleidung zu tragen, spielt nicht nur die Schutzfunktion eine wichtige Rolle, sondern sehr schnell kam auch der ästhetische Aspekt hinzu. Aber erst mit der Herstellung von Garn aus einzelnen Fasern und deren Weiterverarbeitung zu Textilien besteht die Möglichkeit, das Aussehen selbst zu bestimmen. Seit dieser Zeit haben sich die einzelnen Arbeitsschritte nicht wesentlich verändert. Nur übernehmen heute Maschinen, was Jahrtausende lang mühevolle Handarbeit war. Erst durch die Industrialisierung der Textilproduktion ist die für uns heute selbstverständliche große Auswahl an Kleidungsstücken möglich geworden.
 
Anfang Juni erscheint die 64-seitige Begleitpublikation zur Ausstellung mit Texten des Ausstellungskurators Jürgen Heinritz und Beiträgen des Museumsleiters Andreas Gut, der Textilarchäologin Christina Peek, der Weberin Mina Kaiser und der Lehrstuhlinhaberin für Modedesign mit dem Schwerpunkt Strick- und innovatives Produktdesign am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, Ellen Bendt. Das Buch bildet den vierten Band der Reihe Schriften des Alamannenmuseums Ellwangen und kostet 7,90 Euro.
 
In Kooperation mit der Initiative Fairtrade-Town Ellwangen startete mit der Wiederöffnung des Alamannenmuseums am 6. Mai 2020 am Museumseingang auch die Posterausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“ des Vereins FEMNET e.V. in Bonn als Zusatzausstellung zur Sonderausstellung „Gut betucht“, die ursprünglich am 22. April 2020 mit einem Vortrag eröffnet werden sollte. Sie ist wie die gesamte Sonderausstellung nun bis zum 17. Januar 2021 zu sehen, der Vortrag wird am 8. Juli nachgeholt.
 
Die Posterausstellung zeigt in neun Stationen Portraits von Textilarbeiterinnen aus Kambodscha und Bangladesch. Sie bietet Informationen über die Rolle von Frauen, ihren Arbeitsbedingungen und -rechten in Asien und gibt den porträtierten Frauen aus dem Süden eine Stimme im Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen. Behandelt werden die Themen Diskriminierung von Frauen, Doppelbelastung der Frau, Kinderarbeit, Arbeitsbedingungen im informellen Sektor und in der Heimarbeit, endlose Arbeitszeiten, Schuften für Hungerlöhne, Arbeitssicherheit, Gewerkschaftskampf, sowie Informationen zu den Ländern Bangladesch und Kambodscha. Den Abschluss bilden Verbrauchertipps unter der Überschrift "Engagiere Dich".
 
Die Ausstellung wurde ursprünglich von der niederländischen Kampagne für Saubere Kleidung unter dem Titel „Who runs the World? Girls!“ erstellt und wird seit 2014 als Wander- und Posterausstellung des in Bonn ansässigen Vereins FEMNET e.V. – feministische Perspektiven auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland und in der Schweiz eingesetzt. Porträtiert wurden die Frauen in ihren Heimatstädten Ende 2013 von der niederländischen Fotografin Marieke van der Velden. Im Alamannenmuseum ist sie in Kooperation mit der Initiative Fairtrade-Town Ellwangen zu sehen.
 
Aufgrund der privaten Initiative einer Ellwanger Familie entstand vor einiger Zeit die Broschüre "Etwas Tun: Kleine Schritte, um die Welt etwas besser zu machen“ mit nützlichen Verbrauchertipps zum Thema Nachhaltigkeit und „faire Kleidung“. Diese ist im Rahmen der Sonderausstellung "Gut betucht“ ab sofort auch im Alamannenmuseum kostenlos erhältlich.

Blick in die Sonderausstellung "Gut betucht - Textilerzeugung bei den Alamannen", die jetzt bis 17. Januar 2021 verlängert wurde (Foto: Museum).

Begleitprogramm:
 
Zur Sonderausstellung "Gut betucht“ gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm, das in Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, der Hochschule Niederrhein und der Initiative Fairtrade-Town Ellwangen entstand. So werden monatliche Kuratorenführungen, Aktionstage, Kurse, Schülerworkshops und Vorträge angeboten, immer am ersten im Monat finden weitere Führungen statt.
 
Hier das Begleitprogramm im Einzelnen mit allen Nachholterminen:
 
Führungen am
5.7.2020, 2.8.2020, 6.9.2020, 4.10.2020, 1.11.2020, 6.12.2020 und 3.1.2021
jeweils um 15 Uhr
 
Kuratorenführungen mit Jürgen Heinritz am
12.7.2020, 23.8.2020, 27.9.2020, 11.10.2020, 22.11.20, 13.12.2020, 10.1.2021 und 17.1.2021
jeweils um 15 Uhr
 
Kunkelstube im Museum
Offenes Treffen zum Spinnen von Tier- und Pflanzenfasern am
11.7.2020, 8.8.2020, 12.9.2020, 10.10.2020, 14.11.2020, 12.12.2020 und 9.1.2021
jeweils 15-17 Uhr.
 
Aktionstag "Wolle" mit Krainer Bergschafen im Museumshof
13.9.2020
jeweils 13-17 Uhr
 
Aktionstag "Wie man’s dreht – Brettchenweben"
28.6.2020
13-17 Uhr
 
Aktionstage "Färben und Färbepflanzen"
19.7.2020 und 6.9.2020
jeweils 13-17 Uhr
 
6. Ellwanger Alamannen-Forum zum Thema "Textilien im frühen Mittelalter"
10. und 11.10.2020
jeweils 13-17 Uhr
 
Museumskurse (Anmeldung erforderlich):
 
Brettchenweben für Anfänger
19./20.9.2020
 
Brettchenweben für Fortgeschrittene
26./27.9.2020
 
Nadelbinden für Anfänger
Nachholtermin am 27./28.6.2020
 
Nadelbinden für Fortgeschrittene: Jenseits von Oslo
Nachholtermin am 11.7.2020
 
Nadelbinden für Fortgeschrittene: Warme Füße – Socken nadelbinden
Nachholtermin am 12.7.2020
 
Einführung in das Kammweben
Nachholtermin am 26.7.2020 und 3.10.2020
 
Workshops für Schulen
 
Meine Kleidung. Mein Konsum. Meine Verantwortung, mit Barbara Sora Gundling, Verein FEMNET e.V., Bonn (Anmeldung erforderlich)
Alamannenmuseum
Nachholtermin am 9.7.2020, 7.45-9.45 Uhr oder 10.45-12.45 Uhr
 
Vortragsreihe
Das Museum ist jeweils bis Vortragsbeginn geöffnet.
Eintritt jeweils 5 Euro:
 
24.6.2020, 18 Uhr
Dr. Johanna Banck-Burgess, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Esslingen
Textilarchäologie. Spagat zwischen Forschung und Öffentlichkeit
Alamannenmuseum
 
Nachholtermin am 8.7.2020, 18 Uhr
Barbara Sora Gundling, Verein FEMNET e.V., Bonn
Kaufen, anziehen, wegwerfen. Die Modeindustrie zwischen Wertschätzung & Wertschöpfung
Kapelle der Comboni-Missionare, Rotenbacher Straße 8, Ellwangen (100 Meter vom Museum entfernt)
 
9.9.2020, 18 Uhr
Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt, Hochschule Niederrhein, Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik, Mönchengladbach
Wolle und Leinen – Nachhaltige Funktionsfasern der Zukunft?
Alamannenmuseum
 
30.9.2020, 18 Uhr
Jürgen Heinritz, Pleidelsheim
Spinnen und Weben in Mythen und Märchen
Alamannenmuseum
 
Zusätzliche Posterausstellung
 
6.5.-17.1.2021
Posterausstellung des Vereins FEMNET e.V., Bonn
Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien
am Museumseingang
 
Nähere Informationen sind beim Museum unter Tel. 07961/969747 sowie im Internet unter www.alamannenmuseum-ellwangen.de erhältlich.
 
Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum@ellwangen.de
www.alamannenmuseum-ellwangen.de
 
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14-17 Uhr
Samstag, Sonntag 13-17 Uhr
sowie nach Vereinbarung
 
Eintritt: 3,50 €, ermäßigt 2,50 €, Familie 8,00 €

  Hier können Sie den Ausstellungsflyer "Gut betucht" mit dem Begleitprogramm (Stand Februar 2020) herunterladen und ausdrucken (PDF)!

Stadt Ellwangen
Spitalstraße 4
73479 Ellwangen
Telefon: +49 (0) 7961 84-0
Telefax: +49 (0) 7961 84-310
info(@)ellwangen.de
Tourist-Information Ellwangen
Spitalstraße 4
73479 Ellwangen
Telefon: +49 (0) 7961 84-303
Telefax: +49 (0) 7961 5 52 67
tourist(@)ellwangen.de
Öffnungszeiten Tourist-Information
Montag und Mittwoch: 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr +
13.30 Uhr bis 16.30 Uhr
Dienstag: 08.00 Uhr bis 16.30 Uhr
Donnerstag: 08.00 Uhr bis 12.30 Uhr + 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Freitag: 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Mai bis September zusätzlich:
Freitag: 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr
Samstag: 09.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Multi Channel Konzept
Multi Channel Konzept
Mit unserem Multi Channel Konzept können Sie die Internetseite auf Ihrem Tablet und Smartphone optimiert genießen.