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Tourismus

Aktuelles

Bericht über den Vortrag von Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt "Wolle und Leinen - die natürlichen Funktionsfasern der Zukunft?"

Prof. Dipl.-Des. Ellen Bendt vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach referierte im Rahmen der Sonderausstellung "Gut betucht" zum Thema "Wolle und Leinen - Nachhaltige Funktionsfasern der Zukunft?" (Foto: Museum).

Von Jürgen Heinritz
 
Das Alamannenmuseum hatte am 9. September 2020 zu einem Vortrag von Prof. Ellen Bendt eingeladen. Diese lehrt Modedesign mit dem Schwerpunkt Strick- und innovatives Produktdesign an der Hochschule Niederrhein. Aktuelle Arbeiten ihrer Studierenden sind in der Sonderausstellung "Gut betucht – Textilerzeugung bei den Alamannen", die noch bis zum 17.1.2021 geöffnet ist, zu sehen. Die Kooperation zwischen der Hochschule Niederrhein und dem Alamannenmuseum Ellwangen kam durch den Kurator der Ausstellung, Jürgen Heinritz, zustande, der selbst ein Absolvent der Hochschule Niederrhein ist.
 
Obwohl der Vortrag noch in den Sommerferien in Baden-Württemberg lag, waren doch viele Zuhörer gekommen. Die meisten davon waren keine regelmäßigen Besucher, sondern hatten sich gezielt diesen Vortrag ausgewählt.
 
Ellen Bendt begann ihren Vortrag mit einer kurzen Vorstellung der Hochschule Niederrhein. Der Standort der Hochschule, Mönchengladbach, liegt in einer alten Textilregion. Aus der Preußischen Höheren Fachschule für Textilindustrie ist mittlerweile ein moderner Campus geworden. Der Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik verfügt über 32 verschiedene Speziallabore. Unter anderem werden dort in verschiedenen Bachelor- und Masterprogrammen Studierende auf ihre berufliche Zukunft vorbereitet. Dabei legt man Wert auf Internationalität, was sich darin widerspiegelt, dass die Ausbildung bilingual in Deutsch und Englisch erfolgt. Der Hochschule sind verschiedene Institute angegliedert. Man arbeitet unter anderem aber auch mit den Fraunhofer Institut zusammen.
 
Ellen Bendt wies darauf hin, dass sich die Weltfaserproduktion in den letzten vier Jahrzehnten vervierfacht hat. Aus Kostengründen verdrängte die Baumwolle zuerst Wolle und Leinen, um dann selbst durch Chemiefasern übertrumpft zu werden. In den letzten Jahren ist aber der Wunsch der Verbraucher nach nachhaltig produzierten Textilien gewachsen. So konnten beispielsweise die Fairtrade-Textilien in den Jahren 2011 bis 2018 ihren Umsatz nahezu verzehnfachen. Der Vorteil von Leinen gegenüber Baumwolle zeigt sich in einem deutlich niedrigeren Wasserverbrauch und vor allem durch einen herausragend niedrigeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln während des Anbaus. Weiterhin sind die Gebrauchseigenschaften von Leinen denen von Baumwolle überlegen. Moderne Anbau- und Erntemethoden lassen Leinen nicht nur für Bekleidungstextilien wieder interessant werden. Auch technische Anwendung sind denkbar. So wird Hanf, eine andere Faserpflanze, als Verbundwerkstoff für leichte und stabile Bauteile in der Automobilindustrie eingesetzt. Leinen stellt also eine in Anbau und Verarbeitung nachhaltige Alternative zur Baumwolle dar.
 
Die Hauptproduzenten von Wolle sind nach wie vor Australien, Neuseeland und China. Zunehmend kommt die Wolle aber auch aus Südamerika und Südafrika. Dabei handelt es sich überwiegend um Merinowolle. Daraus lassen sich im Bereich Bekleidung sowohl sehr feine Anzugstoffe als auch grobe Strickwaren für Pullover herstellen. Zudem hat Wolle durch die feine Schuppenstruktur auf seiner Faseroberfläche die einzigartige Eigenschaft, dass es sich filzen lässt. Diese Filzfähigkeit macht sie winddicht und belastbar. Weitere sehr gute Funktionseigenschaften machen sie zu einer interessanten Faser für Bekleidungstextilien. Ellen Bendt verwies auch auf die leider sehr schlechten Haltungsbedingungen der Wollschafe in manchen Produktionsländern. Verbraucher könnten aber durch Beachtung verschiedener Qualitätssiegel dazu beitragen, dass die Schafe vernünftig gehalten werden. Wolle findet aber auch in der Architektur als Bodenbelag oder Wandverkleidung und in der Automobilindustrie im Fahrzeugbau seine Anwendungsbereiche.
 
Mit großer Begeisterung berichtete Ellen Bendt vom kreativen Teil ihrer Arbeit: 2019 hat sie mit ihren Studierenden ein Hochschulprojekt mit Leinen und Wolle zum Thema "Wandel" durchgeführt. Die daraus entstandenen Kleidungsstücke konnten ihre Teilnehmer dann auch selbst auf dem Bundespresseball stolz präsentieren. Wieder andere Teilnehmer ihrer Masterkurse lieferten in Strickarbeit gefertigte Couture ab, die dann von international bekannten Modelabeln gefertigt wurde. Manche Modelle waren dann auf den Laufstegen der Düsseldorfer Königsallee oder der Fashionweek in Berlin zu sehen. Aktuelle Arbeiten Ihrer Studierenden sind auch in der Ausstellung "Gut betucht" im Alamannenmuseum zu sehen.
 
In der abschließenden Runde wurden noch zum Teil sehr fundierte Fragen von Zuhörern diskutiert.
 
Deutschland ist nach China und Italien der drittgrößte Textilexporteur der Welt. Nachhaltigkeit im Umgang mit Textilien ist deshalb eine Verpflichtung. Ellen Bendt und die Hochschule Niederrhein stellen sich ihr.

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Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum@ellwangen.de
www.alamannenmuseum-ellwangen.de

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