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Bürger

Gedenkorte

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Juden in der Stadt

Einleitung

Jüdische Bewohner sind in Ellwangen seit dem späten 13. Jahrhundert fassbar. Ihre früheste Erwähnung anno 1298 fällt mit einem überregionalen Pogrom zusammen, bei dem ein privater Lynchmob „Vergeltung“ für eine Hostienschändung übte, die in dem fränkischen Ort Röttingen angeblich durch Juden begangen wurde. Neben zahlreichen Menschen andernorts wurden auch zehn Juden in Ellwangen ermordet. Sofern es Überlebende gab, sind diese vermutlich geflohen. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts sind wieder jüdische Bewohner nachweisbar, die jedoch ebenfalls Verfolgungen ausgesetzt waren. Während der geistlichen Herrschaft der Fürstpröpste durften Juden überhaupt nicht ins rein katholische Ellwangen ziehen, waren aber als fahrende Kaufleute während der Jahrmärkte geduldet. Nachdem die Fürstpropstei Ellwangen 1802/03 württembergisch geworden war, fand eine allmähliche Liberalisierung statt und es siedelten sich wieder Juden in der Stadt an. Der erste von ihnen war Isaak Hess im Jahre 1823.

Die jüdische Gemeinde zu Ellwangen, die in der Folge wieder entstanden war, war sehr klein und wenig bedeutend. Durch die zunehmende gesetzliche Gleichstellung machten viele Juden in Württemberg schon bald von ihrer neuen Niederlassungsfreiheit Gebrauch und wanderten in größere Städte ab. Da die meisten Juden ihren Lebensunterhalt als Kaufleute verdienten, sahen sie in den Ballungszentren bessere Chancen für sich. Der Niedergang der jüdischen Gemeinde war daher abzusehen. Diese Abwanderung war nicht nur hier in Ellwangen, sondern bei allen ländlichen jüdischen Gemeinden Württembergs zu beobachten.

Die letzten Ellwanger Juden verließen die Stadt schließlich im Jahr 1938 in Richtung USA, um dem unerträglich gewordenen Druck des NS-Apparats zu entkommen. Es kann als Gnade der Geschichte bezeichnet werden, dass Juden in Ellwangen keinen gewalttätigen Übergriffen ausgesetzt waren oder von hier aus den Vernichtungslagern zugeführt wurden. Dennoch – oder vielleicht auch gerade deswegen – ist der Stadt daran gelegen, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde und insbesondere ihre letzten hier lebenden Vertreter aufrecht zu erhalten.

Heute erinnern Informationstafeln, Denkmale und authentische Orte an jüdisches Leben in Ellwangen.

Der jüdische Friedhof

Judenfriedhof
Eingangstor

Der jüdische Friedhof in Ellwangen wurde 1901 an der Dalkinger Straße auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück angelegt. Zuvor musste die jüdische Gemeinde ihre Verstorbenen aufwendig auf den Friedhof in Aufhausen überführen. Zwischen 1902 und 1938 fanden in Ellwangen 23 Beisetzungen nach jüdischem Ritus statt.

Anfangs befand sich der Friedhof mehrere hundert Meter außerhalb der Stadt, heute ist er jedoch weiträumig umbaut. 1943 wurde er auf Betreiben der örtlichen NSDAP aufgehoben. Alle Grabsteine wurden entfernt und bei einem ortsansässigen Steinmetzunternehmen zur Weiterverwendung gelagert. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Schon kurz nach Kriegsende begann die Instandsetzung des Judenfriedhofs und die Wiederaufstellung der Grabsteine, die immerhin noch vorhanden waren. Lokale NS-Parteigenossen mussten dabei mithelfen. Treibende Kraft hinter dieser höchst symbolischen Aktion war der aus Ellwangen gebürtige Jude Erich Levi, der 1938 mit seiner Familie in die USA emigriert und als amerikanischer Besatzungssoldat wieder hierhergekommen war.

Das schmiedeeiserne Friedhofstor wurde 1978 erneuert.

Ehemalige jüdische Gebetsräume

Gebetsraum an der Marienstraße

Die jüdische Gemeinde zu Ellwangen besaß nie einen eigenen Synagogenbau, wie man ihn beispielsweise heute noch in Bopfingen-Oberdorf vorfindet. Es gab in der Stadt jedoch mehrere Örtlichkeiten, die als Betsaal dienten. 1877 wurde zu diesem Zweck ein Raum im damaligen Gasthaus Rössle in der Marienstraße für mehrere Jahre angemietet. Ab 1909 versammelte sich die jüdische Gemeinde im Kapuziner-Gebäude (heute Marienpflege), zeitweise in einem privaten Wohnhaus an der Brauergasse und zuletzt in der sogenannten „Bergkaserne“ an der Bergstraße. Heute erinnern Hinweisschilder an diese ehemaligen Gebetsstätten. Wo sich die Gebetsräume der jüdischen Gemeinden des Mittelalters und des 15./17. Jahrhunderts befunden haben, ist nicht bekannt.

Isaak-Hess-Gasse

Isaak-Hess-Gasse
Isaak-Hess-Gasse

1998 wurde der kurze Verbindungsweg zwischen Brauergasse und Hafnergasse nach dem jüdischen Buchhändler und Antiquar Isaak Hess (*1789 in Lauchheim, +1866 in Ellwangen) benannt. Hess war 1823 nach Ellwangen gezogen und damit der erste Jude, der sich seit dem 17. Jahrhundert hier niedergelassen hatte. Durch sein politisches Engagement hatte Hess im frühen 19. Jahrhundert die Gleichstellung der Juden in Württemberg mit vorangetrieben.

Denkmal für die letzten jüdischen Schüler am Ellwanger Gymnasium

Vor dem Haupteingang des Peutinger-Gymnasiums erinnert seit 2003 eine von dem Künstler Josef Kieninger geschaffene Stele an Erich, Erwin und Max Levi, die letzten jüdischen Schüler am Ellwanger Pennal.

NS-Verbrechen, Widerstand und Opposition

Einleitung

Vom 6. auf den 7. April 1945 schleppte sich ein Häftlingstreck aus dem geräumten Außenlager Hessental des KZ Natzweiler in Richtung Dachau und überquerte dabei auch das Gebiet der Stadt Ellwangen. Über 60 Menschen starben an diesem Tag auf Ellwanger Markung. Zahlreiche Tote forderten wenige Jahre zuvor auch die Euthanasiemorde im Rahmen der „Aktion T4“ in der Landesfürsorgeanstalt Rabenhof. Mehrere Denkmale erinnern an die Opfer dieser Zeit.

Die überwiegend katholische Bevölkerung Ellwangens war in den 1930er mehrheitlich der Zentrumspartei zugeneigt. Dessen ungeachtet wurde auch in Ellwangen das öffentliche Leben unter das Joch der neuen Machthaber gezwungen. Schon bald nach dem Krieg gab es erste Überlegungen, profilierte Gegner des NS-Regimes durch Straßenbenennungen oder in anderer Form zu ehren. 

Erinnerungsstele beim Galgenwald

Die Erinnerungsstele an der Landstraße zwischen Ellwangen und Eggenrot wurde im Jahre 2002 durch den Landkreis errichtet. Baugleiche Stelen befinden sich an sechs weiteren Orten entlang der Wegstecken des Kochendorfer bzw. des Hessentaler Todesmarschs. Aberhunderte Häftlinge sollten aus diesen beiden KZ-Außenlagern ins Stammlager Dachau verlegt werden, als die Alliierten von Westen her auf das Reichsgebiet vorrückten. Viele überlebten die Strapazen des Marsches nicht oder starben durch die Misshandlungen der Aufseher.

Neunheimer Steinbruch

Mit Erscheinen der Dokumentation „Vernichtung und Gewalt“ im Jahr 1987 wurde durch das Ellwanger Friedensforum am ehemaligen Steinbruch bei Neunheim auch eine schlichte hölzerne Hinweistafel aufgestellt, die noch heute vorhanden ist. Unweit davon steht seit 2017 eine Informationstafel des Regierungspräsidiums. Sie beschreibt den Steinbruch als Teil des „Naturschutzgebiets Ellwanger Schlossweiher und Umgebung“ aus geologischer und ökologischer Sicht, greift aber auch die historischen Ereignisse kurz vor Kriegsende auf. Der Steinbruch diente den Häftlingen einer Kolonne des im April 1945 als Nachtlager. Danach wurden dort 23 Tote abgeladen und verscharrt.

Gedenkstein beim jüdischen Friedhof

Gedenkstein beim jüdischen Friedhof
Gedenkstein beim jüdischen Friedhof

Der Gedenkstein zur Erinnerung an die Opfer des Hessentaler Todesmarsch wurde 1978 vor dem Eingangstor des jüdischen Friedhofs aufgestellt. Die Inschrift ist auf Deutsch und teilweise Hebräisch verfasst.

Gedenkstein beim Rabenhof

Gedenkstein beim Rabenhof

Seit 2002 erinnert beim Rabenhof ein Denkmal an die Opfer der NS-Euthanasiepolitik. Der sogenannten „Aktion T4“ fielen 1940/41 mindestens 32 Bewohner der damaligen Landesfürsorgeanstalt zum Opfer. Die Sterilisierung bzw. Tötung körperlich und geistig Behinderter war integraler Bestandteil der NS-Ideologie von Rassenhygiene und Erbgesundheitspflege.

Nach Oppositionellen benannte Straßen und Einrichtungen

Eugen-Bolz-Straße
Eugen-Bolz-Straße

In Ellwangen sind acht Straßen nach Widerstandskämpfern und Oppositionellen während der NS-Zeit benannt: der Goerdelerweg, der Julius-Leber-Weg, der Stauffenbergring, der Kaplan-Renz-Weg und der Geschwister-Scholl-Weg jeweils am südlichen Ortsrand der Stadt, weiter die Georg-Elser-Straße auf dem Kasernengelände, sowie die Eugen-Bolz-Straße und die Max-Reeb-Straße westlich der Kaserne. Die Benennung einer Straße nach Eugen Bolz wurde bereits 1947 im Gemeinderat angeregt, damals aber zugunsten des Eugen-Bolz-Denkmals am Schönen Graben zunächst nicht weiterverfolgt.

Seit 1967 trägt auch die Ellwanger Realschule den Namen Eugen Bolz‘. Bolz war Mitglied der Zentrumspartei und unter anderem ab 1912 Landtagsabgeordneter für Ellwangen, ab 1919 württembergischer Justizminister und ab 1928 Staatspräsident von Württemberg. Er bezahlte seine standhafte Haltung gegenüber der nationalsozialistischen Ideologie mit dem Leben. Bolz wurde im Januar 1945 in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Eugen-Bolz-Denkmal

Eugen-Bolz-Denkmal

Am 7. Januar 1951 wurde das Eugen-Bolz-Denkmal am Schönen Graben eingeweiht. Von der Planung bis zur endgültigen Aufstellung vergingen fast drei Jahre. Im wirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld der frühen Nachkriegsjahre waren die Ressourcen knapp, zudem machte die Währungsreform vom 20. Juni 1948 die finanziellen Planungen vorübergehend zunichte.

Die Metallbüste wurde von dem aus Ellwangen gebürtigen Künstler Hans Retzbach geschaffen und bei WMF im galvanoplastischen Verfahren hergestellt. Finanziert wurde das Denkmal durch Spenden.

Wegen mehrerer Vandalismusattacken auf das Denkmal – die ersten hatten schon in den 1950er Jahren stattgefunden – steht am Schönen Graben seit längerem eine Kopie. Die originale Büste befindet sich heute im Rathaus.

"EugenBolzRaum" an der Eugen-Bolz-Realschule

EugenBolzRaum, Foto: B. Drasch

Im Januar 2018 wurde an der Eugen-Bolz-Realschule in Ellwangen ein Raum des Gedenkens an ihren Namensgeber, den letzten württembergischen Staatspräsidenten, eröffnet.

Den Grundstock für die Gedenkausstellung bildet das Mobiliar seines Stuttgarter Arbeitszimmers. Eingerahmt werden die Objekte aus dem Besitz von Eugen Bolz mit einer umfassenden Ausstellung über sein Leben und den Konflikt mit den NS-Machthabern, der zu seiner Verhaftung, Verurteilung und Hinrichtung führte. Der EugenBolzRaum ist mehrmals im Jahr auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich. Die Termine werden publiziert und sind über die Website der Schule abrufbar.

Das „Polendenkmal“ auf dem Wolfgangsfriedhof

Polendenkmal

Die beim Hessentaler Todesmarsch am 6./7. April 1945 umgekommenen und ermordeten KZ-Häftlinge, die zunächst im Neunheimer Steinbruch verscharrt worden waren, wurden bereits einen Monat später exhumiert und zusammen mit weiteren toten Häftlingen am 15. Juni 1945 auf dem Wolfgangsfriedhof bestattet. Die Stadt hatte Grabschmuck und Chorgesang organisiert und sorgte so für einen würdigen Rahmen. Neben den 23 Toten aus Neunheim wurden einige weitere mutmaßliche Opfer des Evakuierungsmarsches beigesetzt, die man an verschiedenen Orten in und um Ellwangen gefunden hatte. Die Angaben über Anzahl und Nationalität der Toten widersprechen sich teilweise, überwiegend soll es sich jedoch um polnische Staatsangehörige gehandelt haben. Noch im Jahr 1945 wurde die Errichtung eines Denkmals an der Grabstätte der ehemaligen KZ-Häftlinge beschlossen. Die auf Englisch, Polnisch und Deutsch angebrachte Inschrift lautet „Den Opfern des Hitlerbarbarismus – Die Polen Jahr 1945“, weshalb sich die Bezeichnung „Polendenkmal“ einbürgerte. Im November 1956 wurde das Grab auf Antrag französischer Behörden geöffnet und die Gebeine der insgesamt 30 Bestatteten zu einer eingehenden Untersuchung nach Bad Neuenahr verbracht, da französische Staatsangehörige unter den Toten vermutet wurden. Danach kamen die sterblichen Überreste allerdings nicht nach Ellwangen zurück, sondern wurden auf dem Ehrenfriedhof bei Kochendorf zur endgültig letzten Ruhe gebettet. Das „Polendenkmal“ auf dem Wolfgangsfriedhof wurde derweil erhalten. 1969 erfolgte die zusammenfassende Umbettung mehrerer ehemaliger Zwangsarbeiter, unbekannter KZ-Häftlinge und einiger Bewohner des Ellwanger UNRRA-Flüchtlingslagers, die auf dem Wolfgangsfriedhof bis dato in diversen Einzelgräbern bestattet lagen, so dass im „Polengrab“ nunmehr drei Ukrainer, drei Jugoslawen, ein Holländer sowie vier Personen ungeklärter Nationalität begraben liegen. Ihnen zum Gedenken wurde 1985 eine Namenstafel mit den Sterbedaten angebracht.

Gefallene und Vertreibung

Ehrenmal für die Kriegsopfer beim Wolfgangsfriedhof

Ehrenmal

„Ich glaube nicht […], dass das Denkmal die Aufgabe haben soll, die Jugend zu lehren, dass der schönste Tod der Tod für das Vaterland sei. Die Pflicht, die Heimat zu verteidigen, ist immer ein Notstand.“ (SchwäPo vom 17.7.1954)

Mit diesen Worten des damaligen Bürgermeisters Rothmaier begann im Juli 1954 die öffentliche Debatte um die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen und Getöteten der beiden Weltkriege, dessen Planung und Bau sich über mehrere Jahre hinziehen sollte und eine breite gesellschaftliche Diskussion über Art und Weise des Gedenkens in Ellwangen ausgelöst hatte. Nachdem es schon nach dem Ersten Weltkrieg nicht gelungen war, den gefallenen Söhnen der Stadt ein Denkmal zu errichten und auch der Zweite Weltkrieg schon wieder einige Jahre zurücklag, wurde in der Bevölkerung der Ruf nach einem Gedenkort immer lauter. Ein „Kriegerdenkmal“ im herkömmlichen Sinne war jedoch von Anfang an nicht geplant, da in das Gedenken nicht nur gefallene oder vermisste Soldaten, sondern alle Opfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs einbezogen werden sollten. Von Anfang an stand der Begriff des „Mahnmals“ im Raum.

Während noch über den Standort und die künstlerische Ausführung diskutiert wurde (fast alle namhaften Ellwanger Künstler hatten unaufgefordert Entwürfe eingereicht), warnte das Landesamt für Denkmalpflege, dass es im Land schon viel zu viele Gefallenendenkmale gebe, die in städtebaulicher und gestalterischer Hinsicht nicht überzeugen könnten. Vielmehr solle sich „die Trauer um die Gefallenen und die Liebe zu ihnen […] in Schlichtheit und Ehrlichkeit ausdrücken.“ Diesem Rat war man am Ende gefolgt. Mit der Umsetzung eines Entwurfs von Prof. Fritz Nuss aus Schwäbisch Gmünd wurde ein modern anmutendes Ehrenmal zum Gedenken an die Kriegsopfer der Stadt geschaffen, auch wenn sich nicht jeder für die unkonventionelle Anlage mit der abstrakten Engelsfigur als zentralem Element erwärmen konnte. Manche Bürger hätten es sicher lieber gesehen, wenn das Ehrenmal im Schatten der Stiftskirche auf den Fundamenten der ehemaligen St.-Peter-und-Paul-Kapelle errichtet worden wäre – ein Vorschlag, der viele Fürsprecher hatte.

Das Ehrenmal beim Wolfgangsfriedhof wurde 1961 eingeweiht. Jedes Jahr findet dort die Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertags statt.

Denkmal für verstorbene italienische Offiziere

Italiener-Denkmal

Zusammen mit dem Bau der Unteroffiziervorbildungsanstalt, dem heutigen „Historischen Bereich“ der Reinhardt-Kaserne, wurde 1916 auf der Wolfgangshöhe auch ein Barackenlager für kriegsgefangene polnische Offiziere errichtet. Nach Verlegung der Polen wurden Anfang 1917 653 französische Offiziere und ein Jahr später etwa 600 italienische Offiziere in Ellwangen interniert. Nach Kriegsende wurden die Italiener umgehend freigelassen und konnten kurz vor Weihnachten 1918 mit einem Sonderzug in ihre Heimat zurückkehren. Dieses Glück war nicht allen vergönnt, denn just einen Tag vor der Heimreise waren 20 Mann an der Grippe gestorben. Für diese Toten, die auf dem Wolfgangsfriedhof beerdigt wurden, errichtete man nur wenig später ein Grabmal, das von ehemaligen Mitgefangenen gestiftet worden war. Die Einweihung fand am 5. Mai 1920 in versöhnlicher Atmosphäre und im Beisein vieler Würdenträger beider Nationen statt. 1926 erfolgte die Exhumierung und Überführung der Toten nach München, wo sie zusammen mit anderen Gefallenen Soldaten verschiedener Nationen auf der Kriegsgräberstätte Waldfriedhof erneut bestattet wurden. Das Grabmal ist als Denkmal bis heute erhalten geblieben.

Weitere Gedenkorte

Hexenverfolgungen im 16. und 17. Jahrhundert

Hexen-Mahnmal

In den Jahren 1588 und 1611-1618 kam es in Ellwangen zu zwei Verfolgungs- und Prozesswellen, die zusammen rund 450 Menschen das Leben kosteten. Während bei der ersten Welle im Jahr 1588 zwischen 17 und 20 Todesurteile vollstreckt worden waren und die Hexenverfolgung danach wieder verebbte, steigerte sie sich bei der zweiten Welle ab 1611 ins Wahnhafte, so dass am Ende kaum eine Ellwanger Familie verschont geblieben war. Frauen und Männer nahezu jeden Standes waren von der unnachgiebigen Verfolgung betroffen.

Seit 2001 erinnert ein vom Ellwanger „Künstlerpfarrer“ Sieger Köder entworfenes Mahnmal am Galgenberg an die damalige Hysterie. Das Kreuz in Galgenform ist mit einer symbolischen Friedhofsmauer eingefasst, deren Steine von der Ummauerung des Friedhofs St. Wolfgang stammen. Sie soll die Hingerichteten, die damals nicht in geweihter Erde bestattet wurden, nachträglich wieder in die Gemeinschaft der Toten einbinden. Unterstrichen wird dies durch die hoffnungsvolle Inschrift „Non confundar in aeternum“ – Ich werde nicht zuschanden in Ewigkeit.

Nur wenige Meter von dem Mahnmal entfernt befand sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert der Ellwanger Galgen. Ein Schauplatz von Hexenverbrennungen war dieser Ort jedoch nie, denn die Richtstätte befand sich zur Zeit der Hexenprozesse an einer anderen Stelle, die heute nicht mehr genau bekannt ist.

Stadt Ellwangen
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