Inklusionsbeirat: Stadt ellwangen

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Inklusionsbeirat

Der Inklusionsbeirat ist ein Gremium, das die Interessen von Menschen mit Behinderung und deren Inklusion vertritt. Er trägt zur Verwirklichung einer umfassenden Teilhabe, Gleichstellung, Selbstbestimmung und zur Wahrnehmung der Interessen von Menschen mit Behinderungen in Ellwangen bei.

Der Inklusionsbereit hat die Aufgabe, die Maßnahmen des Aktionsplanes umzusetzen. Er hat eine beratende Funktion für die Gremien der Stadt Ellwangen. Er unterstützt diese durch Anregungen, Empfehlungen und Stellungnahmen in allen Fragen, die für Menschen mit Behinderungen von Belang sind. Außerdem gibt er wichtige Impulse für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Aktuelles

Inklusionsbeirat Ellwangen besteht seit einem Jahr

Hinweis: Dieser Artikel ist in Einfacher Sprache geschrieben. Das ist eine vereinfachte Fassung der Standardsprache oder Fachsprache. Die Texte in Einfacher Sprache haben kürzere Sätze und einfachere Satzstrukturen. Sie vermeidet Fremdworte, Metaphern, Ironie und Redewendungen. Auch Abkürzungen werden stets ausgeschrieben.


Ein Jahr gibt es jetzt den Inklusionsbeirat der Stadt Ellwangen. Er hat sich am 11. November 2020 gegründet. Der Inklusionsbeirat kümmert sich um wichtige Themen für Menschen mit Behinderung in Ellwangen, also Inklusion. Es sind 25 Mitglieder im Inklusionsbeirat: Menschen mit Behinderung, der Oberbürgermeister von Ellwangen, Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen vom Gemeinderat, eine Vertretung für Angehörige von Menschen mit Behinderung und Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen (Seniorenrat Ellwangen, Behinderten- und Versehrtensportgemeinschaft Ellwangen) und eine Vertreterin von der Eingliederungshilfe. Es sind auch die Beauftragte für Menschen mit Behinderung vom Landkreis, die Beauftragte für Gleichstellung in Ellwangen und die Beauftragte für Inklusion in Ellwangen dabei.

 

Die Arbeitsgruppen

Kurz nach der Gründung haben sich sieben Arbeitsgruppen gebildet. Sie bearbeiten verschiedene Themen: Arbeit, Barrierefreiheit, Bildung, Kultur und Freizeit, Öffentlichkeitsarbeit, Teilhabe und Wohnen.

Die Arbeitsgruppen konnten sich aufgrund der Pandemie im ersten Jahr nur selten treffen. Manchmal waren die Treffen online über Video. Vor kurzem informierten sich aber die Sprecherinnen und Sprecher von den Arbeitsgruppen gegenseitig im Ellwanger Rathaus:

Anna Schnabel ist Sprecherin von der Arbeitsgruppe Barrierefreiheit. Sie nannte viele Bereiche in der Stadt, die noch nicht barrierefrei sind. Manche sind für Menschen mit Behinderung sogar gefährlich. Als Beispiele nannte die Rollstuhlfahrerin den Übergang am Postgebäude: Dort wird oft auf dem Gehweg geparkt, genau an der abgesenkten Stelle. Gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer können die Straße nicht überqueren. Oder nur schwierig. Grundsätzlich fehlen an vielen Orten abgesenkte Bordsteinkanten, zum Beispiel vor dem Restaurant „Taj Mahal“ am Bahnhof. Oder es sind Autofahrerinnen und Autofahrer viel zu schnell unterwegs, zum Beispiel in der Badgasse. Oder in der Apothekergasse. Dort parken auch häufig Autos so ungeschickt auf dem Gehweg gegenüber der Metzgerei, dass Menschen auf die Straße ausweichen müssen.

Die Arbeitsgruppe Barrierefreiheit plant Aktionen zusammen mit dem Ordnungsamt. Damit will sie Mitbürgerinnen und Mitbürger darauf aufmerksam machen, welche Hindernisse es für Menschen mit Behinderung im Alltag gibt. Als positives Beispiel für Barrierefreiheit nannte Anna Schnabel den neu gestalteten Fußgängerweg am Gasthof „Kronprinzen“. Dort gibt es nicht nur abgesenkte Bordsteinkanten, sondern auch Markierungen für blinde und sehbehinderte Menschen: „Dafür sind wir wirklich dankbar!“ Erleichterung im Alltag sollen auch die mobilen Rampen aus Legosteinen bringen, die der Ellwanger Seniorenrat plant.

Klaus Juraske ist Sprecher von der Arbeitsgruppe Arbeit. Mit einem Werbefilm wollen die Aktiven der Arbeitsgruppe Arbeit auf mögliche Arbeitgeber zugehen. Sie sollen dazu angeregt werden, mehr Menschen mit Behinderung zu beschäftigen.

Stephan Steinbach ist Sprecher von der Arbeitsgruppe Wohnen. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sehen die Notwendigkeit von Wohnraum für Menschen mit Behinderung. Er muss bezahlbar, barrierefrei und zentrumsnah sein. Die AG will dazu bald konkrete Zahlen vorlegen.

Eine „Tour de Ländle“ plant die AG Teilhabe: Der Inklusionsbeirat soll sich in verschiedenen Gemeinden mit Angeboten vorstellen. Die beiden Sprecher Rudolf Wiedmann und Matthias Kümpflein kritisierten, dass Menschen mit Behinderung sich immer noch an Angebote von Vereinen und Organisationen anpassen müssten. Es müsse aber genau umgekehrt sein: Die Vereine und Organisationen sollten ihre Angebote an Menschen mit Behinderung anpassen. Erst dann kann man von wirklicher Teilhabe reden.

Tina Brenner ist Sprecherin der AG Kultur und Freizeit. Die AG möchte eine barrierefreie Reise für Menschen mit und ohne Behinderung planen. Diese soll eventuell in Zusammenarbeit mit der Lebenshilfe und der Konrad-Biesalski-Schule umgesetzt werden.

Für die AG Bildung benannte der Sprecher Rigobert Bastuck zwei Schwerpunkte: Die Voraussetzungen für barrierefreies Lernen an den Schulen müssen geklärt werden. Und der Zugang zu Informationen auf der Internetseite der Stadt soll barrierefrei möglich sein.

Alle Arbeitsgruppen sind sich einig: Der Inklusionsbeirat ist innerhalb der Stadt noch zu wenig bekannt. Daran hat auch Corona großen Anteil. Denn dadurch waren viele Aktivitäten nicht möglich. Die AG Öffentlichkeitsarbeit hat sich erst vor kurzem gegründet. Ihre Sprecherin ist Charlotte Braig. Die AG plant verschiedene Maßnahmen, damit der Inklusionsbeirat bekannter wird: Der Inklusionsbeirat soll sich mit Bild und Tonaufnahmen auf der Internetseite der Stadt präsentieren. Es sollen regelmäßige Berichte in Tageszeitungen und in der Stadtinfo kommen. Der Inklusionsbeirat will Infostände und Workshops anbieten. Und eine Sprechstunde, in der Menschen mit Behinderung ihre Anliegen unkompliziert loswerden können.

 

Sie wollen Mitglied im Inklusionsbeirat werden?

Der Inklusionsbeirat sucht aktuell nach einer neuen Vertretung für Angehörige von Menschen mit Behinderung. Sie haben ein Familienmitglied mit Behinderung? Und Sie möchten im Inklusionsbeirat mitarbeiten? Dann melden Sie sich gerne!

 

Kontakt: Ansprechpartnerin der Stadtverwaltung für den Inklusionsbeirat ist Frau Annette Diessner. Sie erreichen Frau Diessner unter 07961/84-293 oder annette.diessner@ellwangen.de

 

Text: Annette Diessner/Charlotte Braig