"Sicher radeln in Ellwangen" - Fahrraddemonstration feiert Erfolge und weist auf Problemstellen hin
Am Samstag, den 11.10.2025 veranstaltet die Ortsgruppe des BUND Ellwangen die dritte Fahrrademo. Nach dem großen Zuspruch in den vergangenen Jahren wollen die Organisator*innen auch diesmal die positiven Entwicklungen im Radverkehr in Ellwangen sichtbar machen – und gleichzeitig auf bestehende Herausforderungen aufmerksam machen.
Fortschritte im Radverkehr: Grund zur Freude
Neben der guten überregionalen Anbindung an die umliegenden Gemeinden durch z.B. den Kocher-Jagst-Radweg gehören hier auch innerstädtischen Errungenschaften dazu. Darunter Fahrradschutzstreifen, die Fahrradfahrer Raum auf normalen Straßen einräumt, aber wenn nicht benötigt von Autos befahren werden. und separate Fahrradwege, die immer Platz für Radfahrer sichert und z.B. auch schnelleren Radverkehr ermöglicht.
Leider vermitteln diese Streifen und Wege direkt an oder auf Straßen häufig auch ein falsches Gefühl der Sicherheit, da Autos und LKWs häufig den verpflichteten innerörtlichen Sicherheitsabstand von 1,5m nicht einhalten. Besonders hervorzuheben sind die beiden Fahrradstraßen in der Aalener Str. und An der Jagst, die in jüngster Vergangenheit bis zum Möbelgeschäft JYSK verlängert worden ist. Diese Straßen sprechen Fahrradfahrende die meisten Rechte zu (dürfen nicht überholt werden, Fahrradfahrende dürfen nebeneinander fahren, solange sie nur ihre Fahrbahnhälfte in Anspruch nehmen) und Kraftfahrzeugen sind lediglich geduldet.
Sicherheit bleibt ein Thema
Aber neben diesen Errungenschaften gibt es auch noch Stellen und Situationen im Ellwanger Verkehr, der für Fahrradfahrende nicht nur anstrengend und umständlich ist, sondern auch gefährlich. Hier sind zu nennen die Kreuzung an der AOK, die Ampel Haller Str. Höhe JET-Tankstelle und das Linksabiegen aus dem Fahrradschutzstreifen.
Die Veranstalter wünschen sich von allen Verkehrsteilnehmenden, dass sich rücksichtsvoll und umsichtig mit einander umgehen und so ein gemeinsame Fahrfreude entstehen kann.
„Mehr Platz fürs Rad, aber nicht auf Kosten der Natur“ - 2. Ellwanger Fahrraddemo
Bei der 2. Fahrraddemo des Jugend- und Kulturzentrums Ellwangen nahmen in diesem Jahr über 100 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer teil. Auch Kinder und Jugendliche waren stark vertreten.
„Mehr Platz fürs Rad“ war auch in diesem Jahr die Forderung der, vom Trägerverein des Jugendzentrums initiierten, Demonstration. Unter diesem Motto trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Marktplatz. Die Begrüßung übernahm Alexander Müller, Mitarbeiter des Jugendzentrums Ellwangen: „Wir wollen den Beginn der Verkehrswende hier in Ellwangen mit einer gemeinsamen Rundfahrt zelebrieren und dabei die Errungenschaften, wie Fahrradstraßen, neue und sichere Abstellmöglichkeiten am Bahnhof und Neugestaltung von Fahrradwegen und Schutzstreifen feiern.“
Er wies jedoch auch auf kritische Stellen, an denen die sichere Teilnahme als Verkehrsbeteiligte auf dem Rad noch nicht gewährleistet ist, hin.
Bürgermeister Volker Grab betonte im Anschluss, dass viele der im Jahre 2015 im Radverkehrsplan entwickelten 200 Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Vieles, wie z.B. der Ausbau des Radweges an der Hallerstraße und den Abschnitt zwischen Zöbingen und Röhlingen wurde bereits umgesetzt.
Die Demo führte vom Marktplatz, über den Sebastiansgraben, Bahnhofsstraße über die Siemensbrücke durch die Haller Straße. An der Stadthalle versammelten sich die Demonstrierenden erneut, um den Redebeiträgen vom Ellwanger Jugendrat, BUND Ellwangen und den JUSOs Ellwangen zuzuhören. Annika Stehle und Magda Henle betonten, wie wichtig für die Autonomie der Jugendlichen sicher Radwege und gute Abstellmöglichkeiten seien. Sie wiesen darauf hin, dass sich die Verkehrslage in Ellwangen am Auto orientiert, was zwar bequem und einfach ist, aber nicht für alle zugänglich ist, viel CO2 ausstößt und nicht Zukunftsfähig ist. Ariane Bergerhoffer vom BUND Ellwangen unterstrich noch einmal, was auch ihre Vorredner: innen angerissen hatten, dass der Ausbau der Fahrradwege für die Verkehrswende nicht auf Lasten von altem Baumbestand und der Natur geschehen darf. Der Verkehr sei der größte Klimakiller und die CO2 Emissionen müssten deutlich herunter gehen. JUSO Luis-Miguel Prochaska-Moya sprach sich deutlich dafür aus, dass „Der Straßenverkehr […] den Bedürfnissen aller entsprechen [muss].“
Nach den Redebeiträgen an der Stadthalle setzte die Demo ihre Strecke ans Juze vor. Dort setzten die „Klimahelden“, eine Jugendgruppe, die sich für Klima- und Umweltschutz im Juze engagiert, mit Bannern und einem selbstproduzierten Techno Song „Wir wollen sicher zu Schule kommen!“ ein deutliches Zeichen der Dringlichkeit von einem gut ausgebauten Radnetz.
Einblicke zur Fahrraddemo und ein Ausschnitt des Techno-Tracks auf Instagram.
Fahrraddemo- Mehr Platz fürs Rad!
Am Samstag, den 21.10.2023 veranstaltet der Trägerverein Juze e.V. eine Fahrraddemo in Ellwangen. Diese wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Klimahelden – im Auftrag der Erde“ geplant. Um 11 Uhr startet die Aktion mit einer kurzen Ansprache am Karl-Wöhr-Platz, im Anschluss fahren die Teilnehmer:innen durch Ellwangen. Das Ende ist gegen 13 Uhr am Juze in der Reinhardtstraße 7 geplant. Teilnehmen können alle Fahrradfahrer:innen. Die Route ist so geplant, dass auch Familien mit kleineren Kindern teilnehmen können. Unterstützt wird die Aktion vom BUND Ellwangen, der NABU Ortsgruppe Ellwangen, der ADFC Gruppe Aalen und durch den Mobilitätsbeauftragten der Stadt Ellwangen.
Ziel der Demonstration ist es gemeinsam Präsenz zu zeigen und auf die Situation der Fahrradfahrer:innen aufmerksam zu machen. Der Spaß am Radfahren soll gefördert werden und ein bleibendes Gemeinschaftsgefühl geschafft werden.
Der Schutz, vor allem von Kinder und Jugendlichen, unter anderem durch ein sicheres Schulwegenetz ist eine der Forderungen der engagierten Jugendlichen und des Veranstalters, genauso wie der konkrete Ausbau der Radinfrastruktur vor Ort. Zurzeit fehle es in Ellwangen und den Teilorten vor allem an breiten und durchgängigen Radwegen, an sicheren Abstellmöglichkeiten und einer gefährdungsfeien Verkehrsführung bei der Nutzung von Kreuzungen.
Die Demonstrierenden werden während der Fahrt von der Polizei und dem Ordnungsamt Ellwangen begleitet und abgesichert. Es ist gestattet im Pulk, so wie es die Straßen zulassen, nebeneinander zu fahren, jedoch muss das Rechtsfahrgebot eingehalten werden. Der Veranstalter bittet die Teilnehmenden während der Demonstration nicht zu überholen und die Anweisungen der Ordner, Polizei und des Ordnungsamtes zu befolgen.
Im Anschluss können die Teilnehmer bei Kaffee, Tee und einer kleinen Stärkung im Juze verweilen. Über ein großes Interesse und rege Teilnahme freuen sich der Veranstalter und die Organisatoren.
















