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Alamannenmuseum Aktuell

Große Sonderausstellung "Die Alamannen auf der Ostalb – frühe Siedler im Raum zwischen Lauchheim und Niederstotzingen"

Eiserner Lamellenhelm der Zeit um 600 aus dem Dreifachgrab 12 von Niederstotzingen. Solche Helme waren im Mittelmeerraum üblich und bezeugen Kontakte der Alamannen zu den in Italien ansässigen Langobarden. In seinem Rost hat sich ein Stück echter Seide erhalten (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).
Eiserner Lamellenhelm der Zeit um 600 aus dem Dreifachgrab 12 von Niederstotzingen. Solche Helme waren im Mittelmeerraum üblich und bezeugen Kontakte der Alamannen zu den in Italien ansässigen Langobarden. In seinem Rost hat sich ein Stück echter Seide erhalten (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).

Anhand spektakulärer archäologischer Funde bietet die größte Sonderausstellung seit der 2001 erfolgten Eröffnung des Ellwanger Alamannenmuseums ab 26. Juni einen umfassenden Überblick über die alamannische Besiedlung im Gebiet zwischen Ellwangen und Nördlingen sowie der Donau zwischen Dillingen und Ulm. Dieser Raum war in alamannischer Zeit nicht nur besonders dicht besiedelt, sondern weist aufgrund des Baumsargfundes von Zöbingen im Jahr 1161 und der ab 1876 freigelegten Grabfunde von Pfahlheim auch die längste Forschungstradition im Alamannengebiet auf. Schwerpunkt der bisherigen Vermittlungsarbeit des Museums waren die hier ausgestellten Alamannenfunde aus dem zehn Kilometer entfernt gelegenen Lauchheim, wo von 1986 bis 2005 ein ungeahnter archäologischer„Schatz“, nämlich die Hinterlassenschaften des bisher größten Alamannenfriedhofs in Baden-Württemberg samt der zugehörigen Alamannensiedlung mit weiteren wertvollen Grabfunden, geborgen wurde.

Zwei silbervergoldete Bügelfibeln mit Tierkopfenden aus dem Grab einer Alamannin, die im 6. Jahrhundert in Bopfingen, Ostalbkreis, bestattet wurde (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).
Zwei silbervergoldete Bügelfibeln mit Tierkopfenden aus dem Grab einer Alamannin, die im 6. Jahrhundert in Bopfingen, Ostalbkreis, bestattet wurde (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).

Die Ausstellung umfasst im Wesentlichen eine Darstellung der Alamannen im Ostalbkreis und im Landkreis Heidenheim, welche seit den 1970er Jahren zur Region Ostwürttemberg zusammengefasst sind. Zu den ausgestellten Highlights zählen die Funde aus den Reitergräbern von Niederstotzingen im Kreis Heidenheim, die erstmals in ihrer Herkunftsregion zu sehen sind. Zeitlich umfasst die Ausstellung den Zeitraum vom Ende der Römerzeit bis in die beginnende Karolingerzeit, vom 3. bis ins 8. Jahrhundert. Besonders das Phänomen der so genannten Reihengräberfelder als auffällige Grabsitte für fast 300 Jahre in weiten Teilen Mitteleuropas lässt sich an vielen Orten in dem behandelten Gebiet verfolgen. Ihr Ende fällt mit dem Bau der ersten christlichen Kirchen zusammen.

Zwei silbervergoldete Rosettenfibeln mit Granateinlagen aus dem Grab einer Alamannin, die im 6. Jahrhundert in Bopfingen, Ostalbkreis, bestattet wurde (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).
Zwei silbervergoldete Rosettenfibeln mit Granateinlagen aus dem Grab einer Alamannin, die im 6. Jahrhundert in Bopfingen, Ostalbkreis, bestattet wurde (Foto: P. Frankenstein, H. Zwietasch; Landesmuseum Württemberg, Stuttgart).

Die Ausstellung wird in zwei Teilen im Alamannenmuseum präsentiert, mit einem ersten Teil im Sonderausstellungsraum im 1. Obergeschoss und einem zweiten Teil in der Westhälfte des Dachgeschosses. Hierfür musste ein Teil der ständigen Ausstellung abgebaut werden. Die Erarbeitung des Ausstellungskonzepts erfolgte in enger Abstimmung mit dem seit 2004 bestehenden wissenschaftlichen Beirat des Alamannenmuseums. Zu den Leihgebern der rund 400 ausgestellten Fundobjekte, meistenteils Grabfunde, von der zierlichen goldenen Haarnadel bis zum Langschwert, vom Kleidungsstück bis zum alamannischen Totenbaum, zählen das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz, das Landesamt für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart sowie die Stadt Heidenheim. Zu der Ausstellung erscheint ein etwa 120-seitiger, reich bebilderter Begleitband, der vom Landesamt für Denkmalpflege zusammen mit der Stadt Ellwangen herausgegeben wird.

Beigaben, darunter Schwert, Schild und Lanze, aus dem Grab eines sechsjährigen Knaben im Alamannenfriedhof von Lauchheim, Ostalbkreis (Grab 441), 7. Jahrhundert (Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Matthias Hoffmann).
Beigaben, darunter Schwert, Schild und Lanze, aus dem Grab eines sechsjährigen Knaben im Alamannenfriedhof von Lauchheim, Ostalbkreis (Grab 441), 7. Jahrhundert (Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Matthias Hoffmann).

Die Ausstellung wird am Freitag, 25.6.2010, um 18.30 Uhr durch Oberbürgermeister Karl Hilsenbek eröffnet.

Begleitprogramm:

Öffentliche Führungen: 4.7., 1.8., 5.9., 3.10., 7.11. und 5.12.2010 sowie 2.1.2011 um 15 Uhr.

Zusätzliche Führung anlässlich der Ellwanger Heimattage am 25.7.2010 um 15 Uhr.

Vorträge

Dienstag, 14.9.2010, 19.30 Uhr, Palais Adelmann, Ellwangen: Prof. Dr. Immo Eberl (Ellwangen und Tübingen): Die Alamannen im Frankenreich

Dienstag, 9.11.2010, 19.30 Uhr, Palais Adelmann, Ellwangen: Andreas Gut M.A. (Ellwangen): Totenbäume und Goldblattkreuze. Alamannenforschung früher und heute

Dienstag, 14.12.2010, 19.00 Uhr, Volkshochschule Heidenheim Prof. Dr. Dr. h.c. Barbara Scholkmann (Tübingen): Christliche Glaubenswelt und frühe Kirchen. Die Alamannen und das Christentum



26.6.2010-16.1.2011
Sonderausstellung „Die Alamannen auf der Ostalb – frühe Siedler im Raum zwischen Lauchheim und Niederstotzingen“

Alamannenmuseum Ellwangen
Haller Straße 9
73479 Ellwangen
Telefon +49 7961 969747
Telefax +49 7961 969749
alamannenmuseum@ellwangen.de
www.alamannenmuseum-ellwangen.de

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 10-12.30 und 14-17 Uhr
Samstag und Sonntag: 10-17 Uhr
Montag außer feiertags: geschlossen

Eintritt: 3,00 Euro, ermäßigt 2,00 Euro, Familien 7,00 Euro
 

Modell der Galluskirche in Brenz an der Brenz, Kreis Heidenheim, Mitte 7. Jahrhundert (Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg).
Modell der Galluskirche in Brenz an der Brenz, Kreis Heidenheim, Mitte 7. Jahrhundert (Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg).

Weitere Informationen

Die OstalbCard

Die Ostalbcard berechtigt Sie zum einmaligen freien Eintritt bei 22 Angeboten - Museen, Bäder und Freizeiteinrichtungen der Erlebnis-Region Schwäbische Ostalb und Stauferland.
Die Ostalbcard ist für 19,00 € bei der Tourist-Information Ellwangen erhältlich.
Weitere Informationen: Zur Homepage "Ostalbkreis"

Museen im Ostalbkreis

Eine Übersicht über die Museen in der Region erhalten Sie auf der Internetseite des Ostalbkreises:

Zur Homepage des Ostalbkreises

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