Stadtmitte Ellwangen
Stadtmitte Ellwangen

12. & 13. Jahrhundert

Kloster und Stadt im 12./13. Jhdt.

Mit der Übernahme der Hirsauer Reform wurde um die Mitte des 12. Jhdts. nach dem Klosterbrand von 1124 der Klosterkomplex neu errichtet und dabei anscheinend die Wohngebäude des Konvents an ihre heutige Stelle im Norden der Klosterkirche verlegt. Südlich der Klosterkirche begann sich aus dem Wohnbereich der Laien eine Stadt zu entwickeln. Diese erscheint erstmals 1182 als "civitas" in der Geschichtsschreibung des Klosters,  wird aber erst 1229 als solche urkundlich greifbar.

Stadtherr war der Abt. Ob die überlieferten Zerstörungen der Stadt 1201 und 1253 durch die Äbte ein weitergehendes Streben der Bürger nach Selbstverwaltung bezeugen, ist zu bezweifeln. Es ist den Bürgern nicht gelungen, sich aus der Herrschaft des Klosters zu lösen. Die Mitglieder des Stadtgerichts und die höchsten Ämter der Stadtverwaltung wurden unmittelbar vom Abt ernannt.Nach einem neuerlichen Klosterbrand von 1182 wurde die spätromanische Klosterkirche, das Wahrzeichen der Stadt Ellwangen, zwischen 1182 und 1233 unter dem Einfluss der Wormser Dombauschule errichtet.

Sie gilt heute als das "vielleicht wichtigste Baudenkmal der schwäbischen Kaiserzeit im Stammlande" (Gradmann) und als die "bedeutendste romanische Hallenkirche Süddeutschlands" (Dehio). In der Bauzeit der Klosterkirche war insbesondere Abt Kuno (1188-1221), ein enger Mitarbeiter des staufischen Kaisers Friedrich II., für die weitere Entwicklung des Klosters bedeutsam. Er wurde schon 1215 als Reichsfürst genannt. Er war auch zeitweilig in Personalunion Abt im Kloster Fulda. Bereits unter seinen Nachfolgern begann der langsame Abstieg des Reichsklosters.

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